Dunkle Hinterzimmer oder wortkarge Typen mit Totenkopf-Shirt – mit diesen Klischees hat das Studio YANI in der Ehndorfer Straße nichts gemein. Stattdessen flutet Sonnenlicht durch große Fenster in einen offenen Raum. „Wir wollten einen einladenden Ort schaffen, der Berührungsängste abbaut“, erklärt Nicole. Ihr Partner Yalin hat als gelernter Schlosser fast die gesamte Einrichtung selbst gebaut – vom auffälligen Empfangstresen bis zum lederbezogenen Tisch im Wartebereich.
Unter die Haut
In einem ehemaligen Versicherungsbüro in der Ehndorfer Straße haben sich Nicole Stadus und Yalin Ünal einen Traum erfüllt. Das Paar eröffnete ein Tattoo- und Piercingstudio, das die gleiche freundliche Atmosphäre ausstrahlt wie die beiden selbst.
Unter die Haut
In einem ehemaligen Versicherungsbüro in der Ehndorfer Straße haben sich Nicole Stadus und Yalin Ünal einen Traum erfüllt. Das Paar eröffnete ein Tattoo- und Piercingstudio, das die gleiche freundliche Atmosphäre ausstrahlt wie die beiden selbst.
Vom Traum zur Wirklichkeit
Die Begeisterung für Körperschmuck teilt ihr Lebensgefährte Yalin, wenn auch auf andere Weise. Schon als Jugendlicher brachte er sich selbst das Tätowieren bei. „Es war schon immer mein Traum, ein eigenes Studio zu haben“, erzählt der gebürtige Türke, der mit Nicole in der Gartenstadt lebt. Die war sofort Feuer und Flamme für seine Idee. Sie besuchte Piercingkurse, kündigte ihren Job und machte mit – eine Erbschaft erleichterte die Investition. „Am 1. September 2024 haben wir über die WOBAU die Räume gefunden und am 16. November unter dem Namen YANI – einer Verschmelzung unserer Vornamen – eröffnet“, erklärt Nicole. Die Raumaufteilung passte perfekt, große Umbauten waren nicht nötig.
Mehr als nur Nadeln und Tinte
Im Studio herrscht eine gemütliche, stilvolle Atmosphäre. „Sich ein Piercing oder ein Tattoo stechen zu lassen, ist für viele Menschen mit Angst besetzt", erklärt Nicole. Deshalb werden die Kundinnen und Kunden liebevoll betreut, mit Getränken, Snacks – und bei längeren Sitzungen auch mit Mittagessen, Kuscheldecke und Streaming-Serien. „Einen Arm komplett zu tätowieren, dauert den ganzen Tag, das ist für beide Seiten anstrengend“, erzählt Yalin, der sich dennoch keinen erfüllenderen Beruf vorstellen kann. „Wenn ich tätowiere, bin ich gar nicht mehr im Raum, sondern völlig in das Werk vertieft, ich nehme nichts anderes mehr wahr.“
Cover-Up mit Bedeutung
Dass hier mit Feingefühl und Hingabe gearbeitet wird, zeigt auch die berührende Geschichte einer Kundin. Auf dem Oberschenkel trug sie einen von einem anderen Tätowierer unsauber gestochenen Brief an ihr verstorbenes Baby. „Der Text war gar nicht mehr lesbar und sie war völlig verzweifelt“, berichtet Nicole. Yalin fertigte das Cover-Up kostenlos an. In mehreren Sitzungen wurde zunächst die alte Schrift mit pinker Farbe überdeckt. Erst nach vollständiger Heilung konnte der neue Text gestochen werden.
Vielfältige Kundschaft von Jung bis Alt
Die Zielgruppe ist vielfältig: von der 18-jährigen Schülerin, die sich ein Bauchnabelpiercing wünscht, bis zur 70-jährigen Kundin, die mit dem Tattoo eine Narbe verdecken möchte. Klare Trends bei den Motiven gibt es nicht. „Aber Namen und Daten von geliebten Menschen sind ein Dauerbrenner“, erzählt Yalin. Manche zeigen auch ihre Liebe zu Superhelden: „Neulich hat sich jemand Batman tätowieren lassen!“ Was viele Kundinnen und Kunden gemeinsam haben: Wer einmal angefangen hat, kann oft nicht mehr aufhören. „Man will diese Freude immer wieder erleben“, sagt Nicole. „Es ist fast wie beim Kinderkriegen. Es tut weh – aber wenn sie da sind, ist alles vergessen!“
Yalins Tipps für Tattoo-Neulinge:
- Besuchen Sie das Studio vorher, um die Atmosphäre kennenzulernen und mit dem Tätowierer oder der Tätowiererin zu sprechen.
- Schlafen Sie einige Nächte über Ihre Entscheidung.
- Bringen Sie eine ungefähre Vorstellung Ihres Wunschmotivs mit, Inspiration finden Sie zum Beispiel auf Instagram oder Pinterest.
- Seien Sie skeptisch bei extrem günstigen Angeboten – ein seriöses Tattoo beginnt bei etwa 70 Euro.
- Sprechen Sie offen über Ihre Angst vor Schmerzen – es gibt Betäubungscremes.
- Lesen Sie die Einverständniserklärung genau durch.
- Minderjährige benötigen eine Einverständniserklärung ihrer Eltern.